glaub ich - nicht / Nr. 35


 im hinBlick auf die Tatsache, dass
eine Weltanschauung, die uns wahrhaft befriedigen soll, uns wirklich von der Stelle im Weltall, wo wir ohne sie stehen, wegbringen und uns in absolute Bewegung versetzen muss, müssen wir durch sie nicht bloß Aufschluss darüber erhalten, was wir sind, sondern wir müssen etwas durch sie werden.
(nach Rudolf Steiner, GA 39, S. 132)


Am 15. April 1912 sank die Titanic, und am 17. April 1912 gab es eine Sonnenfinsternis Ring/Total, die in Venezuela in Total begann,  über Portugal und Frankreich ging; als sie Deutschland bei Aachen erreichte, wurde sie ringförmig, ging über Norddeutschland, über die Ostsee und endete in Rußland.
Im Sommer 1912 fanden in Stockholm die olympischen Sommerspiele statt.
Der 17. April 1912 war ein Mittwoch, zehn Tage nach dem Ostersonntag am 7. April 1912.
Im April 1912 hielt Rudolf Steiner in Stockholm zwei Vorträge mit dem Titel: 
Drei Wege der Seele zu Christus. 
- "Der Weg durch die Evangelien und der Weg der inneren Erfahrung" am 16. April; 
- "Der Weg der Initiation" am 17. April, worin es heißt:

...Es kommt darauf an, in dem Christus dasjenige zu erkennen, was drei Jahre lang als Impuls gelebt hat in der Persönlichkeit des Jesus von Nazareth, was vorher nicht da war auf Erden, was aus geistigen Höhen herabgestiegen ist in die Persönlichkeit des Jesus von Nazareth, was in dieser Persönlichkeit durchgemacht hat das Mysterium von Golgatha und was als solcher Christus-Impuls für die Erde ein einmaliger Impuls ist und nicht zusammenfällt mit irgendeiner gewöhnlichen Inkarnation der Menschheit; was also als Christus einmal da war und in keinem Menschen wiederkehren kann, sondern, wie die Bibel es nennt, kommen wird in den Wolken des Himmels, das heißt, als geistige Offenbarung sich der Menschheit zeigen wird. Das ist christliches Bekenntnis.

...Das eigentliche christliche Initiationsprinzip bezieht sich aber darauf, den Christus zu erkennen, bezieht sich auf den Weg zum Christus. Und dieses christliche Religionsprinzip bereitete seit vielen Jahrhunderten das vor, was jetzt charakterisiert worden ist als ein Friedensprinzip über die ganze Erde hin, indem es überhaupt nicht ausgeht von einem Religionsstifter als solchem, sondern von einer Tatsache, die einmal geschehen ist in der Welt. Das, was das christliche Initiationsprinzip als Aufgabe innerhalb der Weltenmission hat, ging aus von einer Tatsache, von einem Geschehnis, nicht von einer Persönlichkeit.

...Der Tod auf Golgatha wirkt wie ein Same in der menschlichen Seele, die da fühlt ihre Beziehung zum Christus. So war es mit dem Mysterium von Golgatha: Der Eine ist gestorben, so wie wir den einen Samen nehmen können und ihn in die Erde legen können, dass er aufsprießt auf dem Acker und dasjenige sich vermehrt, was aus dem einen Samen aufgegangen ist. So wurde der Tod eines Gottes am Kreuze realisiert. Das Samenkorn wurde ausgestreut auf Golgatha, der Boden war die menschliche Seele; was aufsprießt, sind die Beziehungen des Menschen zum übersinnlichen Christus, der nie mehr verschwinden wird aus der Evolution der Erde, der immer auf die allerverschiedenste Weise den Menschen erscheinen wird. So wie die Menschen ihn physisch geschaut haben in der Zeit des Mysteriums von Golgatha, so werden sie in einer nahen Zukunft sich erheben zu einem ätherischen Christus-Bilde: sie werden den Christus schauen, wie Paulus ihn geschaut hat.

Kommentare:

  1. Fortsetzung:

    Machen wir uns einmal klar, was dieses Ereignis für den Paulus zu bedeuten hatte. Paulus war bis zu diesem Ereignis sozusagen bekannt mit alldem, was der althebräischen Geheimlehre eigen war. Was wußte der Paulus? Der Paulus wußte aus seiner althebräischen Geheimlehre, daß einstmals eine Individualität heruntersteigen werde, welche für die Menschheit darstellen wird denjenigen, der den Tod überwinden wird. Er wußte: Es wird einmal eine Individualität im Fleisch erscheinen,
    diese wird durch ihr Leben zeigen, daß der Geist über den Tod hinaus so lebt, daß der Tod eben für diese Individualität innerhalb ihrer Erdeninkarnation nichts anderes bedeutet als ein anderes physisches Ereignis. Das wußte er. Und er wußte noch etwas anderes aus seiner althebräischen Geheimlehre. Er wußte, daß dann, wenn der Christus, der da kommen sollte, der Messias, im Fleisch dagewesen ist, wenn er auferstanden sein wird, sozusagen den Sieg davongetragen haben wird über den Tod, dann die geistige Sphäre der Erde sich verändert haben wird, dann das Hellsehen eine Veränderung erfahren haben wird. ...

    ... Das ist das Bedeutsame, daß Paulus nicht überzeugt worden ist durch das, was er physisch gesehen hat von demjenigen, was in den Evangelien erzählt ist. Er fing erst an, die Überzeugung zu haben, daß der Christus auch der vorhergesagte Messias ist, als eben an ihm sich zeigte jenes vorausgeworfene Licht, als er wie durch eine Gnade von oben hellseherisch wurde und den Christus in der Erdensphäre entdeckte. ....

    ... Dieses Christus-Ereignis ist nicht an einen Zeitpunkt gebunden. ...

    GA 118 ab Seite 123

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  2. Liebe Monika,
    ich danke dir für diese "Fortsetzung", die sich wie von selbst und harmonisch anschließt wie in einem Fluss.
    Und ich danke dir für deine Treue beim Kommentieren.
    Und ich wünsche uns eine tiefstarke Osternacht,
    die uns aus unseren Gräbern herausgebären möge.

    Stefanie

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  3. Ja, eine bedeutungsvolle Nacht. Von Tag zu Tag wird mir so vieles klarer.
    Ich danke auch Dir für Deine Kommentare.

    Ganz herzlich – alles Liebe Euch
    und Frohe Ostern!
    Monika

    PS.
    Meine beiden Kinder wurden in der Osternacht getauft.

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