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31/01/2011

... mit Franz Schubert


Gefrorne Tropfen fallen
Von meinen Wangen ab:
Ob es mir denn entgangen,
Dass ich geweinet hab'?

Ei Tränen, meine Tränen,
Und seid ihr gar so lau,
Dass ihr erstarrt zu Eise
Wie kühler Morgentau?

Und dringt doch aus der Quelle
Der Brust so glühend heiß,
Als wolltet ihr zerschmelzen
Des ganzen Winters Eis! 



Wilhelm Müller








und hier

01/02/2010

"Schubert - Schule"

 
Eine Krähe war mit mir
Aus der Stadt gezogen,

 
Ist bis heute für und für
Um mein Haupt geflogen.

 
Krähe, wunderliches Tier,
willst mich nicht verlassen?

 
Meinst wohl, bald als Beute hier
Meinen Leib zu fassen?

 
Nun, es wird nicht weit mehr geh'n
An dem Wanderstabe.

 
Krähe, lass mich endlich seh'n
Treue bis zum Grabe!

 

Franz Seraph Peter Schubert
als dieser geboren am 31. Januar 1797
am Himmelpfortgrund/Wien

Worte aus: Wilhelm Müller, "Die Winterreise"




"Wir haben gestern eine zweite Persönlichkeit vor unsere Seele gerückt, Franz Schubert (...) im Zusammenhange mit seinem elementarischen Wesen, das auf der einen Seite in solch seltenen Fällen, wie ich Ihnen vorgeführt habe, aufbrausen konnte, zum Raufbold werden konnte, und das auf der anderen Seite außerordentlich zart war, wie ein Nachtwandler morgens beim Aufstehen seine schönsten Melodien hinschrieb.(...)
Aber auf diesem Umweg wird man tatsächlich geführt dazu, dass in Franz Schubert eine wiederinkarnierte maurische Persönlichkeit steckt, (...) eine Persönlichkeit aus dem Kreise der Mauren, die damals ja ziemlich weit davon entfernt war, Musikalisches in der Seele zu verarbeiten, dagegen mit innerstem Hang alles dasjenige gerade verarbeitete, was in arabischer Kultur an feinem Künstlerischem und feinem, ich will nicht sagen Denkerischem, aber feinem Grübelnden herübergebracht worden ist von Asien, durch Afrika gegangen und dann in Spanien endlich gelandet ist.
Da bildete sich bei jener Persönlichkeit in der damaligen Inkarnation vor allen Dingen jene anspruchslose und doch wieder energische Seelenweichheit aus, die das, man möchte sagen, künstlerisch Phantasievolle, Somnambule, in der nächsten Inkarnation, in der Inkarnation von Franz Schubert, hervorzauberte. 
Auf der anderen Seite musste diese Persönlichkeit aber auch an den schweren Kämpfen teilnehmen, die nun wiederum zwischen den Mauren und der nichtmaurischen Bevölkerung, der kastilischen, aragonischen Bevölkerung und so weiter waren. Und da bildete sich jene zurückgehaltene emotionelle Ader aus, die dann, ich möchte sagen, wie verhalten nur bei besonderen Gelegenheiten im Schubert-Dasein herauskam.
Und mir scheint, dass (...), man auch das ganz Eigentümliche der Schubertschen Musik, namentlich des Untergrundes mancher seiner Liedkompositionen, nur begreifen wird, wenn man eben da schon die Anschauung hat (...): da ist Geistiges, Spirituelles, Asiatisches eine Weile durch die Wüstensonne beschienen worden, dann abgeklärt worden in Europa, dann durch die geistige Welt durchgegangen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und dann in reiner Menschlichkeit, abgesehen von allen künstlichen sozialen Zusammenhängen, in einem armen Schullehrer wiedergeboren worden."

Rudolf Steiner, GA 235, 9. März 1924