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Collage unter Verwendung eines Bildes von Jean Cocteau



Gebischber
 
Es wääß kä Mensch, wie’s kumme is
un wer gemäänt war mit dem Uffdraach do.
So langsam awwer werd’s gewiss:
Ich bin grad do geloffe un war dro.
 
„A hänner dann kän annre nemme känne?!“,
hab‘ ich zuerschd in moiner Not gekrische.
Do hot e Stimm‘ gsaat: „Mädel, kumm, heer uff zu flenne,
en annre war halt grad net zu verwische,
 
un du hoschd ausgseh‘, als ded’s zu dir basse,
zu dir, so wie doi Läwensbuch uffgschriwwe is.
Am Afang määnschd, du kännschd des Ding net fasse
un doobschd un wehrschd dich wild mit Händ‘ un Fieß.
 
Wann mol e Weil noch rum is, werschd schun sehe,
dass du doi Sach machschd, wie se känner duud.
Un noch e Weilsche späder werschd se ach verstehe.“ ---
Do hab‘ ich zugschdimmd un gebischberd: „Aller gut“.


 Stefanie Rabenschlag



Kommentare:

  1. Ich verstehe das ohne Problem.
    Ist das dein Dialekt?
    Dann kannst du ja auch übersetzen?

    Es ist immer geheimnisvoll bei dir...

    Gabriela

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  2. Ja, das ist mein Dialekt. Ich befürchtete nur, er würde schwer verständlich sein. Vielleicht nicht für "Südländer".
    Diese Gedicht habe ich schon 2009 geschrieben, am 11. März, das war der Tag des Attentats in Winnenden und der Tag, an dem wir zum ersten Mal gefragt wurden, ob wir bereit seien, unser jüngstes Pflegekind bei uns zu behalten und wir mit "Ja" antworteten.
    Ich weiß nicht, was dieses Gedicht mit diesen beiden Vorkommnissen zu tun hat. Ich beobachte nur die Zeitgleichheit. Oder: dass es Tage gibt, an denen sich Dinge häufen, persönliche und entferntere.
    Über das "geheimnisvoll" will ich noch nachdenken, Gabriela. Es ist auch so, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich schreibe gar nicht (nur) meins auf hier, sondern "es" oder "jemand" formuliert sich durch mich.
    Ich beobachte es mal weiter...

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