08/12/2009

Vor - Satz























"Wir werden nicht mehr den Wald oder das Pferd malen, wie sie uns
gefallen oder wie sie uns erscheinen, sondern wie sie wirklich sind,
wie sich der Wald oder das Pferd fühlen, ihr absolutestes Wesen, das
hinter dem Schein lebt, den wir sehen" (1912).

Franz Marc: Der Turm der blauen Pferde


07/12/2009

Ave Maria


Mei Liablingsfoab

Mei Liablingsfoab is
hime mama mantal blau.
Wos i hob, is
hime mama mantal blau:
mei gwand
mei bet
mei töla
mei söl –
hime mama mantal blau.
Und wos ned so gibd,
des schdreich i o
hime mama mantal blau.
Gesdan hobi an kind griagd
mid finga
und zechn
und aufn
und an bauch,
und olas vum kind is blau,
hime mama mantal blau.
De dogdan sogn,
des kumd vum heaz,
do is wo a loch,
des ghead gnad.
Wos wisn den de
vun mia und mein glik
und den heazal vum
hime mama mantal blaun
kind.

Christine Nöstlinger



Himmelsbrot





"Aus dem Gattungsreich der Natur
ins Wagnis der einsamen Kategorie geschickt,
von einem mitgeborenen Chaos umwittert,
schaut der Mensch heimlich und scheu
nach einem Ja des Seindürfens aus,
das ihm nur von menschlicher Person
zu menschlicher Person werden kann,
einander reichen die Menschen
das Himmelsbrot des Selbstseins."



Martin Buber








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06/12/2009

Baustein



"Denn die Zeit wird kommen mit dem kommenden Christus, wo die Menschen lernen werden, nicht nur für ihre Seelen, sondern für das, was sie begründen wollen durch ihr unsterbliches Teil hier auf Erden, den Christus zu befragen. 

Der Christus ist nicht nur ein Menschen-Herrscher, er ist ein Menschen-Bruder, der befragt werden will, besonders in den kommenden Zeiten befragt werden will für alle Einzelheiten des Lebens. 

Was die Menschen begründen wollen, durch den Kontrast wird es begründet heute.

Heute scheinen sich Ereignisse zu vollziehen, bei denen die Menschen am allerfernsten zu stehen scheinen der Frage an den Christus. Wer frägt bei demjenigen - so müssen wir uns fragen -, was heute geschieht: Was sagt der Christus Jesus dazu? - Wer frägt es? (...) Und dennoch, die Zeit muss kommen, sie darf nicht ferne sein, wo die Menschenseele in ihrem unsterblichen Teil für dasjenige, was sie begründen will, die Frage an den Christus stellt: Soll es geschehen, soll es nicht geschehen? - wo die Menschenseele den Christus als sie liebenden Genossen im Einzelfalle des Lebens neben sich sieht und nicht nur Trost, nicht nur Kraft bekommt von der Christus-Wesenheit, sondern auch Auskunft bekommt über dasjenige, was geschehen soll.

Das Reich des Christus Jesus ist nicht von dieser Welt, aber es muss wirken in dieser Welt, und die Menschenseelen müssen die Werkzeuge des Reiches werden, das nicht von dieser Welt ist. Von diesem Standpunkte aus müssen wir Umschau halten danach, wie wenig heute die Frage aufgeworfen wird, die an den Christus für die einzelnen Taten und Ereignisse gestellt werden muss. Lernen aber muss die Menschheit, den Christus zu befragen."

Rudolf Steiner: 
Bausteine zu einer Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha, Berlin 6.2.1917; GA 175
 
 
 
 
 
 

05/12/2009

Gute Nachrichten von Lukas (21,25-36)























 







Das  leuchtende Geschehen im Umkreis des Alls wird sichtbar:
Die Geistesbilder der Sonne, des Mondes und der Sterne werden dann erscheinen; sie offenbaren das göttliche Schöpferwirken im Umkreis der Welt. Auf Erden aber werden die Völker in Bedrängnis geraten und ratlos werden vor dem Heranbranden des Äthermeeres, dessen Wogen die Erde treffen, um mit ihr eins zu werden. Die Menschen verlieren dann die Besonnenheit ihres Inneren und geraten in Angstzustände vor der ständigen Erwartung dessen, was hereinbricht über den Erdkreis, denn sie werden wahrnehmen, wie geistige Mächte in den Himmelskörpern wirken. Diese geraten nun ins Wanken.

Dann werden sie schauen das Geistesbild des Menschen, der als Sohn/Tochter des Menschen herankommt. Noch ist er eingehüllt in das Weben und Leben der Wolken. Doch seine Kräftestrahlung und sein Offenbarungsglanz treten daraus hervor. Wann immer diese Geschehen zur Tatsache wird, so richtet euch zu eurer wahren Geistgestalt empor und erhebet den Sinn um Geist, denn die Stunde eurer Befreiung ist nahe herbeigekommen.

Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet den Feigenbaum an und dazu alle anderen Bäume. Wenn sie Knospen treiben, so ist es das Drängen der Wachstumskraft in ihnen, die ihre äußere Gestalt verändert. Das kann euch Bildausdruck sein für das Weltgeschehen. Ihr nehmt es wahr und erkennt durch euch selbst, dass er Sommer nahe ist. In gleicher Art sollt ihr erkennen, wenn alles diese geschieht, wie die Welt sich wandeln wird und wie ihr selbst daran Anteil habt, denn das Reich Gottes kommt eurem Seeleninnern nah.

Amen, ich sage euch: Die Menschheit wird nicht vergehen, bevor dies alles sich erfüllt. Der Himmel und die Erde werden vergehen, doch meine Worte werden nicht vergehen. Sehet zu, dass eure Herzen nicht der Schwere verfallen im Rausch und in der Trunkenheit und der Sorge um die irdischen Bedürfnisse. Sonst kommt das Licht des Weltentages unvorbereitet über euch wie eine erwürgende Schlinge. Das Licht des Weltentages wird kommen für alle, die wohnen auf dem Angesicht der ganzen Erde. So seid nun wachen Geistes in jedem Augenblick in betenden Gedanken, dass ihr stark sein möget, zu entrinnen alledem, was geschehen soll und zu stehen vor dem Menschen-Sohn.





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