06/03/2011

aufgebrochen

Bevor ich in "meine" Kirche gehe,
mache ich immer eine Runde durch die frühsonntägliche Stadt.

In der protestantischen Stiftskirche in Neustadt an der Weinstraße
(aus der "unsere" Kirchenbank stammt)
wird in diesem Jahr vieles renoviert.
Heute am Vormittag gab es die Möglichkeit,
die Baustelle zu betreten;
auch Gottesdienst fand heute dort statt.


Inmitten des freien Chorraumes stand ein kleiner Tisch,
gerichtet zum provisorischen Altar.
Die Kanzel hebt sich fast wie von selbst
von ihrem alten Platz.




der ort
wo du warst ist
 kein vorort 
mehr 
denn
du warst 
vor ort




05/03/2011

Fassnacht uff Pälzisch

Die kleine Gemeinde der Christengemeinschaft in Neustadt an der Weinstraße,
der ich schon viele Jahre angehöre, hat heute Abend eine Premiere:
Sie feiert Fasching, zum ersten Mal in ihrer Geschichte.
Seit ein paar Wochen gehe ich schon schwanger mit der Frage
nach meinem Kostüm und einem Beitrag.
In der zurückliegenden Woche hat mich nun die Muse zweimal geküsst;
daraus entstand mein Kostüm und gestern abend spät meine "Büttenrede".
Da unsere Gemeinde sehr klein ist, verkleide ich mich als Gemeindenachwuchs;
den könnten wir gut gebrauchen.
Mehr sage/schreibe ich nicht;
die nachfolgende Büttenrede lässt Raum für eigene Vorstellungen.
Nota bene: Das Ganze spielt in der Pfalz, Dialekt und Lebensart inklusive.


Ihr Liewe, ich will eich jetzt saache,
wie sich’s bei mir hot zugedraache,
dass ich, ich denk, des sieht doch jeder,
heit vor eich steh mit Babyklääder.

Vergangni Woch war’s, glawens numme,
do her ich irchendääner kumme,
do her ich’s bischbre, Schdunn um Schdunn:
Du bischd jetzt dro, im Uffdraach vun...

„Ach liewer Gott, such der en annre“,
so hab ich ogfange zu jammre.
„Ach, gäb mer doch e annri Roll,
treib’s doch mit mir net gar so doll!“

„Nää, Mädel, stell dich net so aa,
du hoschd’s gewisst vun Afang oo:
Es ledschdemol en schlimmer Bengel
hääschd diesmol Rosa un bischd Engel.“

„Ach, liewer Gott, ´s wär awwer schää,
wie so ääner ach auszuseh,
do will ich Flichel un en Schleier!“
„Moi liewes Kind, des wärd zu deier.

Un außerdem dun jo die Leit
an Engel nimmi glaawe heit.
Geh, duu der Babyklääder borche,
ICH muss eich jo fer Nochwuchs sorche.“

Do haww ich gsaat, ich ded’s halt mache.
Spricht Gott: „Als erschdes duschd dann saache,
damit sich känner ferchde duud:
Ich bin en Geischd aus Flääsch un Blut.“

„Ach liewer Gott, un dann, un weiter?
Du muschd mer roode, du bischd gscheider.“
„Hopp, Rosa“, saachd er, „uff die Bää,
des bissl Zeich, des machschd alää!“

Do schdeh ich jetzt als Baby rum,
un so hääßt’s Evangelium:
Ihr Liewe, sperren uff die Ohre,
dann fiel ner eich wie neigebore.

E Licht geht uff in eierm Hern,
wanner so wie die Kinner wern.
Ich will eich glei die Luschd dra wecke:
`S derf jeder mol am Herzl schlecke.

(Herzl ist hier ein herzförmiger rosa-weißer Lolli,
der an dieser Stelle herumgereicht wird.) 

Do geht eich ´s Herz uff wie die Sunn.
Ihr wissen jo: im Uffdraach vun...
Un gewwens weiter jedem Sprengel.
Des saachd eich Rosa, eiern Engel.






Blicke

Durchblicke
DaZwischenBlicke
Sonnenuntergang im Blickwinckel




Ausblicke
Gegenblick


Du, es tut mir leid, dass sich niemand um Dich kümmert. Niemand HinBlickt.

04/03/2011

Ich hab die Nacht geträumet

Heute Morgen singe ich ständig dieses Lied.
Nicht weil es mir "schlecht" geht, sondern weil es mich einfach ungemein berührt, die Tatsache, die Klarheit, dass alles bricht, alles zu Scherbe wird, alles stirbt und gleichzeitig immer neues Werden vom Vergehen kündet.


1. Ich hab die Nacht geträumet
wohl einen schweren Traum;
es wuchs in meinem Garten
ein Rosmarienbaum.


2. Ein Kirchhof war der Garten,
das Blumenbeet ein Grab,
und von dem grünen Baume
fiel Kron und Blüten ab.


3. Die Blüten tät ich sammeln
in einem großen Krug,
der fiel mir aus den Händen,
dass er in Stücke schlug.


4. Draus sah ich Perlen rinnen
und Tröpflein rosenrot.
Was mag der Traum bedeuten?
Herzliebster, bist du tot?


Vorsingen kann ich es euch leider nicht! :-)
Aber mitsingen kann man hier.

 

Schweizer Fernsehen: Sternstunde Spezial «Zankapfel Anthroposophie»









02/03/2011

eine Sache der Einstellung



 Ich habe jetzt endlich an der richtigen Stelle ein Häkchen gemacht;
jetzt steht jeweils unten, wer das/den Post eingestellt hat.






 

01/03/2011

ja, du bist's

Heute, am ersten März des Jahres, sah ich den ersten Schmetterling des Jahres. -

Bei uns im Haus rücken derzeit alle ein Zimmer weiter, mit Sack und Pack,
begleitet von der Dauerfrage: Was zieht mit um, was kommt weg und wenn ja, wohin?
Nach einigen Wochen Anlaufzeit
gab es am vergangenen Wochenende eine Hauruckaktion
(dabei ging eben auch die Uhr in Scherben),
die heute einen weiteren Höhepunkt und einen Abschluss erreichte. -
(Ich wundere mich, warum ich das hier schreibe,
ist ja eher ungewöhnlich für mich, aber na gut.)

Am Nachmittag, der Wind hatte sich gelegt,
war dann doch auch Zeit für einen Spaziergang;
ich ging mit Luca einen schmale, steile, dunkle Unterführung unter der Bahnlinie hinauf.
Ich erinnerte mich an diesen Weg vom letzten Jahr,
und doch war es anders als nur eine Wiederholung.

Ein ganz und gar nicht verloren wirkender Handschuh winkte dem Winter ade.




Und etwas den Hang hinauf saß nun eben dieser erste 2011er Schmetterling,


der mich sehr nah kommen ließ, bevor er wegflog.


Den ganzen lichten Weg säumten Gruppen von Schneeglöckchen.


Auf der Mauer, die den Weg von den nebenan verlaufenden Gleisen trennt,
tauchte das Moos tief  ins Licht des März.


Dornen gibt es auch genug an diesem Weg,
der am Fuß des Berges entlangführt,
auf den ich von meinem Schreibtisch aus blicke,
unverändert
veränderlich.




Internet(z)

Ich bin gerne mit Euch unter dem Schirm
Elisabeth