Schweizer Fernsehen: Sternstunde Spezial «Zankapfel Anthroposophie»









Kommentare:

  1. Danke für den Tip. Der braucht ein grosses Zeitfenster!
    Seufz.
    Hoffentlich bliebt das Gespräch lange genug im Archiv.

    Ich habe Glöckler schon öfter gehört, nie aber im Zusammentreffen mit der skeptischen, ablehnenden Seite.

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  2. Hab's gerade angesehen, Monika. Schüler der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim, von der Frau Glöckler sprach, waren ja kürzlich auch am Bahnhof, als der Steiner-Express dort hielt.-
    Ach, Zukunft, komm' doch! In mir ist schon seit vielen Jahren eine Ahnung, ein Gefühl, ein Bild, als müsste es ein Drittes geben dazwischen. Wie zwischen den beiden Stühlen. Nicht hier die eine Position und Pädagogik, nicht dort die andere. Wenn ich auf meine Schulzeit am Gymnasium zurücksehe, liegen die für mich größten Werte in der mich prägenden, "anstupsenden" Begegnung mit einigen wenigen Lehrern; ein paar bestimmte Worte, die sie zu mir sprachen, die gar nichts mit dem Unterrichtsinhalt zu tun hatten; die höre ich noch heute.-
    Es ist ganz merkwürdig: Ich kann mich bisher mit allen Früchten der Anthroposophie gut verbinden, bin dankbar für die Medizin, die Heilpädagogik, den Landbau, die religiöse Erneuerung, die Gedanken der Reinkarnation. Aber bei der schulischen Waldorfpädagogik stehe ich wie vor einer Wand, wie vor einem System, in das ich nicht hineinmöchte. Ich weiß nicht, ob es nur daran liegt, dass ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Und wenn ich jetzt so nachdenke: vor dem System Staatsschule stehe ich auch skeptisch.
    Gibt es etwas dazwischen oder dazu?

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  3. ...ich habe nichts dazwischen gefunden. Oder es hat uns nicht gefunden.
    Deshalb sind wir wohl die immer suchenden ... nach dem Zwischenraum!
    Elisabeth

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  4. Der Film hat mich an die Waldorfschulvergangenheit meiner Kinder erinnert ...

    Zum Film: Kann ich ÜBER eine «Sache» sprechen, von der ich selber KEINE ERFAHRUNG und Ahnung habe?

    Ich erinnere mich an den Spruch eines herausragenden Menschen: Wenn Du gegen etwas bist oder etwas schlecht findest, so studiere das Objekt wogegen Du bist umso gründlicher!

    *

    Da ich Einblick in vier Waldorfschulen hatte, ist mir folgendes ganz besonders aufgefallen: «Waldorfschule» hängt am Lehrer, der zur Tür reinkommt!

    Ich habe durch alle vier Waldorf-Schulen hindurch erlebt, wie der diagnostische Blick des Lehrers/in sich auf die Defizite eines Kindes so richten kann, dass das Kind restlos auf seine Defizite reduziert wird, die gefördert werden müssen (!). Die Förderung besteht dann in der Förderung der Defizite und ganz besonders dann, wenn sie auch noch ausgesprochen werden!
    Es wird nicht mehr das Kind gesehen, sondern das Defizit.

    Das weitere, was mir aufgefallen ist: dass die meisten Lehrer «Anthroposophie» nachplappern, was das Ganze besonders «altmodisch» in der Formulierung macht.

    Hier noch einer der Höhepunkte:
    Biologielehrerin im Unterricht: Das Gehirn denkt! Mir standen die Haare zu Berge.

    Und: In Sachen Anthroposophie sind 99,9% der Lehrer selber Schüler – (leider) ohne Lehrer.

    Meine Kinder fanden Waldorfschule, während sie zur Schule gegangen sind, außerordentlich doof.

    Heute können sie die Unterschiede erkennen und finden es großartig, dass ich durchgehalten habe (Schmunzel) und sind echt stolz darauf.

    Meine Tochter studiert jetzt Heilpädagogik (nach Waldorfart) nachdem sie erst an der Uni in Hamburg Sozialpädagogik studieren wollte ... ;-)
    Ihr entsetzter Spruch: Wo bleibt denn da der Mensch!

    Ich bin zuversichtlich in Sachen Waldorfschule. Nach wie vor finde ich das Konzept großartig und zukunftsorientiert .... wenn nur die Lehrer mal «Anthroposophen» werden würden ...
    ;-)

    Übrigens finde ich das Konzept, Berufspraktika in der Oberstufe ab 10. Klasse großartig. Nur wenige Schulen besitzen es (je 2 x einen Monat weg von der Schule). Viele Kinder sind in diesem Alter schulmüde.
    Nach so einem Praktikum geschehen wahre Wunder!

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  5. Für mich liegt das "Dazwischen" in der Gewichtung der Schulfrage. Das Kind lebt ja zu Hause und nicht in der Schule, auch wenn es sich viele Stunden dort aufhält. Das Zuhause ist für mich der gewichtigere Lebens- und Prägeraum. Schule kommt an zweiter Stelle, nicht an erster. Und am meisten stört es mich - egal an welcher Schule - wenn Lehrer ihr Refugium über- oder unterschreiten.

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  6. das problem von frau dr. glöckler ist, sie hat keine kinder, musste sich also nie mit den direkten auswirkungen der waldorfpädagogik auf die eigenen kinder auseiandersetzen. wenn sie ihre eigene waldorfschulzeit beschwört: sie kommt aus einer familie, die noch direkten kontakt zu steiner hatte (ihr vater ist helmut von kügelgen), sprich, sie kennt nichts anderes. und das leben als anthroposoph ist ein insel-leben, weit weg von den irrungen und wirrungen der "restlichen" menschheit.

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  7. Liebe Granny, ob es für Frau Glöckler ein Problem ist, dass sie keine Kinder und somit keine elterlichen Waldorfprobleme hat, weiß ich nicht.-
    Du schreibst: "und das leben als anthroposoph ist ein insel-leben, weit weg von den irrungen und wirrungen der "restlichen" menschheit".
    Zu diesem Satz möchte ich als erstes fragen, wen du als Anthroposphen bezeichnest, ob du welche sogenannte kennst und ob diese tatsächlich ein Inselleben führen? -
    Ich habe vor vielen Jahren die Anthroposophie als eine Art Tür gefunden, die mir Sichtweisen anbietet, mit denen ich mich auseinandersetze. Und viele dieser Sichtweisen sind mir Hilfen geworden, die Irrungen und Wirrungen zu durchschauen und zu leben. Auf meiner "Insel" lebe ich u.a. mit drei behinderten Pflegekindern, deren Herkunft und Lebensweg mir ständig die nackten und verirrten Tatsachen des Lebens um die Ohren haut, von denen sicher nicht jeder der "restlichen Menschheit" jemals erfährt.

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