verStand




Ich verstehe, dass das zu dringliche Verstehen zudringlich ist,
und dass du recht hast, dass ich kein Recht habe, dich zu verstehen,
denn dich zu verstehen ist deine intimste Sache, die mir nicht zusteht,
auch wenn es mir noch so zu dir steht.
Das verstehe ich.
Aber ich verstehe nicht ganz sicher, warum du dir ganz sicher bist,
dass ich das nicht verstehe,
und ich verstehe nicht ganz sicher, warum du dir ganz sicher bist,
dass du das ganz anders verstehst.

Denn ich kann es nicht wissen,
Denn du kannst es nicht wissen,
Denn wir können es nicht wissen.


Christian Uetz




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Kommentare:

  1. Kann Mensch nach der Begegnung weiter in einem Gemeinsamen verweilen – in der Begegnung kommen schließlich mindestens zwei zusammen (ein Drittes «Geistiges» entsteht – vielleicht).

    Verstehen bedeutet für mich verweilen. Kann ich beim Verweilen verweilen ohne unterzugehen oder gehe ich gerade deswegen unter?

    Mein Untergang ist gleichzeitig mein Aufgang. Meine Erfahrung ist, ich muss den Weg ALLEIN, ALL-EIN gegangen sein, um in Kommunion zu sein.

    Nein, ich MUSS «es» nicht mehr «wissen»,
    ich muss nichts mehr verstehen,
    ich weiß es ganz einfach,
    dass ich NICHTS endlich weiß.

    Wozu noch Worte ............. ?

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  2. Ich "weiß"
    immer nur einen
    Pfingst - Moment lang;
    dann muss ich wieder
    suchen gehen
    über Spalten und Schluchten
    des Nichts-Wissens hinweg.

    So ist es wohl.

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  3. Schade, dass ich in den letzten Wochen so wenig Zeit fand, hier vorbeizuschauen.

    Ein wunderbares Gedicht!

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  4. Verstehe ich dich richtig, Michael, dass du dann auch die schöne Pfingstrose im Meszgewand nicht gesehen hast, die Friederike Mayröcker hier deponiert hatte?

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  5. Hier bei Dir?
    Habe ich nur den Pfingst-Ringelnatz gefunden.
    Die Mayröcker und ihre Pfingstrisen habe ich nur bei mir entdeckt.
    Habe schwer überlegt, ob ich mich fürchten muss vor diesen riesigen Pfingstriesen!

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  6. Diese da

    http://pentecoste.wordpress.com/2010/05/24/peony/


    war zwei Tage lang das Eingangsbild.

    "Alles Vergängliche
    ist nur ein Gleichnis...",
    auch Hosen und Rosen und Riesen.
    Gruß,
    Johann Wolfgang

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