glaub ich - nicht / Nr. 31

Eine Weltanschau-
ung, die uns wahrhaft befrie-
digen soll, muss uns




wirklich von der Stel-
le im Weltall,wo wir oh-
ne sie stehen,weg-




bringen, sie muss uns
in absolute Bewe-
gung versetzen. Wir




müssen durch sie nicht 
bloß Aufschluss darüber er-
halten, was wir sind,



sondern wir müssen 
etwas durch sie werden." Ru-
dolf Steiner, GA
39, S. 132

 

Der Berg

Sechsunddreißig Mal und hundert Mal
hat der Maler jenen Berg geschrieben,
weggerissen, wieder hingetrieben
(sechsunddreißig Mal und hundert Mal)

zu dem unbegreiflichen Vulkane,
selig, voll Versuchung, ohne Rat, -
während der mit Umriss Angetane
seiner Herrlichkeit nicht Einhalt tat:

tausendmal aus allen Tagen tauchend,
Nächte ohne gleichen von sich ab
fallen lassend, alle wie zu knapp;
jedes Bild im Augenblick verbrauchend,
von Gestalt gesteigert zu Gestalt,
teilnahmslos und weit und ohne Meinung -,
um auf einmal wissend, wie Erscheinung,
sich zu heben hinter jedem Spalt.

Rainer Maria Rilke




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